2013-06-25

Das neue Zeitalter des Segelns

[The New Age of Sail]

Ein paar Jahrzehnte in unserer Zukunft, direkt an der Küste ...

Es ist kurz vor Sonnenuntergang, als das Veganer Schiff Land zu sehen bekommt. Es gibt zwei Veganer an Deck, zwei weitere werden aus ihren Hängematten unter Deck geweckt, um bei der Landung zu helfen. Sie senken und verstauen die Segel, kippen und sichern die Masten, dann rudern Sie das Boot durch die Brandung. Als sie schließlich auf den Strand landen, springen sie ins Wasser und waten an Land die Leinen schleppend, dann machen Sie sich an die Arbeit, um das Boot bis auf flachen Strand zu bekommen, keuchend von der stickigen Luft. Sie stoßen Stücke Treibholz unter dem Bug, Leinen um Bäume und Felsen, und rollen das Boot aus dem Wasser und weit weg von Flut und Ebbe. Um die Last zu erleichtern, lassen Sie sie die Ballasttanks aus, die das Boot aufrecht und stabil gehalten, während es im Wasser war. Sobald das Boot hoch und trocken und aufrecht sitzt auf dem ebenem Boden wie ein riesiges Möbelstück, entladen sie ihre Fracht von getrockneten Meeres Hörnchen. Schließlich übernimmt einer die Nachtwache, und die drei anderen treten den Rückzug in ihren Hängematten und stellen an sich schlafen zu legen, ohne die Einschunkel- Hilfe vom Meer.

2011-11-02

Stadien des Kollaps Revidiert: „An der Brieftasche verwachsen“

[Stages of Collapse Revised: “Joined at the Wallet”]

Meine nette, geordnete Taxonomie des Kollaps, „Die Fünf Stadien des Kollaps“, wurde allein auf meinem Blog mehr als 70,000 mal gelesen seit ich ihn im Februar 2008 veröffentlicht habe. Der Artikel ist immer noch populär: alleine in diesem Jahr gab es über 10,000 Hits auf der Seite. Die Leute müssen ihn immer noch für hilfreich halten.

Und doch verläuft der Kollaps bisher nicht nach Plan. Was mich bewog den Artikel zu schreiben war der finanzielle Zusammenbruch von 2008, der zunächst nach einem Schachmatt für die westliche Finanzwelt aussah. Davon gehe ich immer noch aus. Damals schrieb ich über den „credit event“ von 2008:

2011-03-08

Das Imperium fällt auf die Nase

Ramon Tikaram in Gaddafi: A Living Myth
[The Empire Strikes Out]

Tunesien, Aegypten, Libyen…nun, meine Kinder, eins dieser drei Dinge ist anders als die anderen. Welches wohl? Richtig! Libyen wurde nicht und wird zu einem beträchtlichen Teil immer noch nicht von einem Diktator regiert, der ein Handlanger des Westens ist. Man kann über ihn sagen, was man will, Muhammar Gaddafi ist ein Phänomen. Im Kontrast zu seiner unvergleichlichen, grellen Persönlichkeit sind Tunesiens Zia El Abidine ben Ali und Aegyptens teuflisch dicker Hosni Mubarak schlicht Nullen.

Sicher, alle drei sind Diktatoren. Aber man braucht sich die Region nur mal anzuschauen und zu fragen wer kein Diktator ist. Sogar der römische Senat wählte in schwierigen Zeiten einen Diktator. Und wann gab es keine schwierigen Zeiten in dieser Region? Gaddafi meidet die Idee des Nationalstaats, von arabischem Nationalismus und repräsentativer Demokratie. Er verbietet sogar politische Parteien. Er ist ein Stammesfürst. Er unterstützt islamischen Sozialismus und seine Vorstellung von Demokratie ist die von Stammesführern, welche mit Bitten und Klagen zu ihm kommen, so dass er in seiner Grosszügigkeit Gerechtigkeit walten lassen kann. Er sieht sich als eine Art König. Ein König der Könige. Er mag alle Arten von afrikanischen Stämmen, nicht nur arabische; er ist sehr angetan von afrikanischer Einheit angesichts der westlichen Unterdrückung. Ihn würde es wahrscheinlich nicht stören, sie alle anzuführen. Er ist offensichtlich ein Grüner.

2010-11-21

Aber was ist eine „Gemeinschaft“?

[But what is "Community"?]
[А что такое “комьюнити”?]

[Dies ist ein weiterer Gastartikel von Evgeniy den er als Reaktion auf meinen Artikel "How (not) to Organize a Community" geschrieben hat. Er stellt eine, für einen Russen, offensichtliche Frage: "Wie man WAS BITTE (nicht) organisiert?" Denn sehen Sie bei genauer Betrachtung erscheint das englische Wort Community (Gemeinschaft) recht bedeutungslos. Englischsprachige gehen davon aus das sie genau wüsste was es bedeutet wenn sie es benutzen, aber einem Russen der versucht es zu übersetzen bleibt nur diese Liste: Gesellschaft, Vereinigung, Ortsteil, Bezirk, Herberge, Bundesland, Bevölkerung, Anwohner, Gemeinschaftsbesitz." Man könnte glauben das "Gemeinschaft" nur eine schwulstige und aufgeblasene Umschreibung für "Leute" ist. Genau wie die Pflegekinder amerikanischer Nannys (Verzeihung, "Tagespflege-Spezialistinnen"), "Aktivitäten nachgehen" anstatt zu "spielen", wie normale, nicht-Roboter Kinder. Wie konnte ich so etwas übersehen? "Weil Du auf Idioten hörst", meint zumindest meine Frau. Wie auch immer, es war gut von Evgeniy mich davon zu überzeugen.]

Ich habe gerade deinen Artikel über die Unterschiede der "komyooniti" gelesen. Als ein Sprachforscher frage ich dich nun, was wäre die beste Russische Entsprechung für dieses Wort?

2010-09-13

Die Zukunft wird zweitklassig

[The Future is Rated “B”]
[Un futuro da serie “B”]

Meine ausufernde Fanpost hat mir etwas Seltsames klar gemacht: viele meiner Leser scheinen überzeugt das die Zukunft entweder wie Mad Max oder wie Waterworld aussieht. Wenn es nach ihnen geht gibt es keine anderen Optionen. Dazu kommt das einige Leute versucht haben, zu deuten welche der beiden es wird, indem sie mich dabei beobachten was ich tue. Ich lebe auf einem Boot, und das ist offenbar ein Hinweis, dass die Zukunft Waterworld-artig sein muss. Aber ich wurde auch dabei gesehen wie ich auf einem klapprigen alten Motorrad durch die Stadt fahre, und das wird als Zeichen gewertet, dass die Zukunft mehr wie in Mad Max wird.

Es betrübt mich das so wenige Leute den Film Blade Runner ansprechen, und noch trauriger ist, dass George Lucas THX 1138 oder Jean-Luc Godards Alphaville so gut wie nie erwähnt werden, denn genau diese Filme waren in vielerlei Hinsicht prophetisch hinsichtlich der Gegenwart, nicht nur der Zukunft. In THX 1138 zum Beispiel, leben die Leute in einer abgeschirmten, klimatisierten Umwelt, sind auf einer zwangsverordneten Diät psychoaktiver Drogen, ihre Partner werden ihnen von einem Computerprogramm zugewiesen und sie sehen Pornografie die ihnen direkt in ihr Wohnzimmer eingespielt wird, um sich dabei nach der Arbeit zu entspannen. Wenn sie sich weigern ihre Drogen zu nehmen werden sie von roboterartigen Polizisten mit elektrischen Viehtreibern misshandelt. Als einer von ihnen die Wildnis entflieht stellt sich heraus, dass die Polizei nicht das erforderliche Budget hat um ihn wieder einzufangen. Das mag 1971, als Lucas den Film drehte, ein bisschen exotisch und futuristisch geklungen haben, aber heute beschreibt es die Menschen die um die Ecke wohnen. Alphaville hingegen erinnert mich grob an die interessanteren meiner Geschäftsreisen.

2010-08-10

Das Streben nach Elend

[Misrable Pursuits]

Während ich dies schreibe, bin ich unterwegs nach Washington zu einer Konferenz - einer Konferenz (unterstützt von der Community Action Partnership) zum Thema "Die neue Realität: Wie sich das arme Amerika einstellt auf kommende härtere Zeiten". Auf dem Programm stehen Diskussionen über Erwerbstätigkeit, Ernährung, Wohnverhältnisse, Gesundheitswesen, Sicherheit, Bildung, Transportwesen, und sogar solche gefühligen (touchy-feely) Themen wie Gemeinschaftszusammenhalt (community cohesion), Kommunikation und - last but not least - vor der Cocktailpause: Kultur. Die Empfehlungen dieser Konferenz werden in einen Bericht eingearbeitet und die Schlussfolgerungen auf der jährlichen CAP-Konferenz noch diesen Monat präsentiert werden.

Das arme Amerika wird möglicherweise ein Land sein mit nur wenigen guten Jobs, mit scheußlichem Essen, mit heruntergekommenen Wohnungen, mit einem unerschwinglichen Gesundheitswesen, mit einer beklemmenden, aber dennoch unwirksamen inneren Sicherheit, mit einem Bildungsprogramm vollgestopft mit Dinosaurier reitenden Jesussen (Jesuses), mit einem Verkehrswesen bestehend aus abgetakelten Kleinlastwagen und Straßen voller Schlaglöcher, mit nicht viel mehr Gemeinschaftszusammenhalt als momentan und mit einer Kommunikation, die immer noch dominiert sein wird von den unternehmenseigenen Medien.